Geschichte des Bogensports

– ein Überblick -

Bogenunterricht in Ägypten

 

Das Bogenschiessen ist eng an die Entwicklung des Menschen geknüpft. Schon im Jahre 25000 v. Chr., das belegen Funde, wurde der Bogen als Jagdgerät benutzt.  Ein Felsenbild (um 7500 v.Chr.) zeigt einen Bogenschützen in Ägypten.

 

Im Laufe der Jahrtausende bekam der Bogen insbesondere als Kriegsgerät einen hohen Stellenwert.

 

Im frühen Mittelalter ist vor allem die Schlacht von Hastings (1066 n.Chr.), in der die Franzosen geschlagen wurden, die den Mythos eines Bogenschützen ausmachte.

 

Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert verschwand auch die Bedeutung des Bogens als Kriegs- nicht jedoch als Sport- bzw. Jagdgerät. Naturvölker benutzen noch heute Pfeil und Bogen zur Nahrungsbeschaffung, in der Mongolei z.B. überlebte bis heute die Tradition des Bogenschießens. Vorangetrieben wurde der Bogensport vor allem in England.

 

 

Bogenschiessen war fast von Anfang an olympisch, ab 1908 durften Frauen teilnehmen. Leider verschwand es sehr schnell wieder aus dem olympischen Programm.

 

Mit Gründung der „Federation International de Tir a l‘ Arc" (FITA) im Jahre 1931 in Paris wurden weltweit anerkannte Richtlinien im Bogensport festgelegt, was zur Wiedereinführung des Bogenschießens als olympische Disziplin im Jahre 1968 führte.

 

Zu einem ersten Boom in der neueren Zeit führte das Bogenturnier im englischen Garten bei den olympischen Spielen 1972 im München. Geschossen wurden damals zwei komplette „Fita-Runden“ (90, 70, 50 30 Meter jeweils 144 Pfeile, Frauen 70, 60, 50, 30 Meter) der gesamte Wettkampf dauerte 2 Tage. Wie auch manch andere Sportart musste sich der Bogensport den Medien anpassen (sagen die Kritiker), für den Zuschauer war so ein Wettkampf oft nicht nachvollziehbar.

Bei den olympischen Spielen in Atlanta 1996 wurde daher erstmals die Qualifikationsrunde auf 2x 70 Meter (für Männer und Frauen einheitlich) festgelegt, am zweiten Tag dann ein Finalschießen (face to face: der Erste der Qualifikation gegen den 64igsten usw. bis hin zum Bronze- und Gold-Finale). Erstmals berichtete auch das Fernsehen groß darüber. Extra für diese Spiele wurde ein Bogenstadion in herrlicher Natur erbaut, mit eigenen Zuschauertribünen. Das Geschehen konnte auf Großbildschirmen hautnah verfolgt werden. Besonders medienwirksam war eine winzige Kamera exakt im Zentrum der Scheibe. Spektakuläre Bilder waren die Folge.

Heutzutage hat der Bogensport viele Facetten:

FITA:
(festgelegte Entfernungen, festgelegte Runden)

Hallenliga:
(Mannschaften im
Zweikampf, Punktesystem)

Feldschießen:
(unterschiedliche Entfernungen, eine Runde davon unbekannt)

3-D-, bzw. Jagdschiessen (auf künstliche Tierobjekte, sehr beliebt in den USA)

Bogenbiathlon:
(wie klassisch, jedoch kürzere Entfernungen)

Diverse Abwandlungen, z.B. Bogengolf, Fahrrad-Biathlon, diverse Spaßturniere
(Fackelturnier um
 Mitternacht z.B. , Dartschießen usw.) bieten auch für den Freizeit- und Hobby-Schützen viele Gelegenheiten, sich zu messen oder einfach Spaß zu haben.

In den letzten Jahren sind spürbar mehr Bogensportvereine gegründet worden, und der Trend geht zu reinen Bogenvereinen, also keine Angliederung an einen klassischen Schützenverein mehr.

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